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am 22. Februar

Waldschutzpetition

Winfried Süß - Am 19.2. konnten wir die Unterschriften der Petition symbolisch an Vizekanzler Werner Kogler (in Vertretung der zuständigen Justizministerin Alma Zadic) übergeben. Darüber hinaus konnten wir auf Grundlage der Petition und mit dem "Rückenwind" Eurer Unterschriften (viele aus Wolfsgraben, nochmals Danke dafür) schon einige Gespräche im BMJ und im BMLRT, sowie im Rahmen der Baumkonvention führen.

Petition zum Waldschutz an Vizekanzler Werner Kogler übergeben

Der Baumbestand im Biosphärenpark Wienerwald steht stark unter Druck. Der Klimawandel führt infolge steigender Temperaturen bei abnehmender Feuchtigkeit zu stärkerem Schädlingsbefall. Leider fallen aber auch immer mehr gesunde Waldstücke Sicherungsschnitten aus Haftungsgründen“ zum Opfer. Mit dieser Begründung sind in den letzten Jahren entlang von Straßen und Wegen verbreitet großflächige Schlä- gerungen erfolgt (nach dem Motto: „ohne Baum kein Risiko“). Dabei wäre gerade in geschützten Wäldern und Naherholungsgebieten ein besonders schonungsvoller Um- gang mit dem Baumbestand geboten. Die aktuelle Vorgehensweise schädigt wertvolle Ökosysteme und bedroht letztendlich auch den Biosphärenpark selbst.

So haben sich schon vor längerer Zeit am Wald Interessierte (Organisationen, Ge- bietskörperschaften, Einzelpersonen) immer wieder zu Wort gemeldet und die offen- sichtlichen rechtlichen Unsicherheiten im Haftungsbereich angesprochen, die zu den "unerklärbaren" Schlägerungen im Wald geführt haben (s. Österreichische Baumkon- vention oder Waldforum).

In der Öffentlichkeit stärker angesprochen wurde das Thema im Frühjahr 2020, als während der Corona-Krise mehr Menschen den Wald als Erholungsgebiet aufgesucht und Schlägerungen wahrgenommen haben.

Diese Situation hat Vertreter*innen der GRÜNEN Gruppen im Wienerwald zwischen Klosterneuburg und Bad Vöslau sowie von Bezirken in Wien zusammengeführt und wir haben eine digitale Resolution aufgelegt, um eine Änderung der Gesetzeslage zu for- dern. Unsere Initiative ist nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den vielen Anläufen von anderen zu sehen.


Die Forderungen der Petition waren:

- die Abschaffung der Haftung für waldtypische Gefahren

- einen stärkeren Waldschutz, insbesondere in Naherholungsgebieten!


Gefordert wird, die Haftung für waldtypische Gefahren aus dem Naturraum Wald zu verbannen. Angesichts überschießender Schlägerungen aus Haftungsgründen, kann ein besserer Schutz unserer Wälder nur gewährleistet werden, wenn das Betreten des Waldes grundsätzlich auf eigene Gefahr erfolgt.​

Adressatinnen unserer Petition sind Frau Bundesministerin für Justiz, Dr. Alma Zadić und Frau Bundesministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, Elisabeth Köstinger, die Haftungsregelungen im Wald im Interesse des Baumschutzes zu ändern und die Eigenverantwortung der Menschen als NutzerInnen des Walds in den Vordergrund zu rücken.

Die Resolution ist bis Ende 2020 zur Unterschrift aufgelegen und letztlich haben 3.003 Menschen – vornehmlich aus dem Wienerwald-Bereich – unterschrieben.

Aber auch schon vor dem Abschluss und der offiziellen Übergabe der Petition an die zuständigen Ministerinnen wurde die Initiativgruppe in mehrere Gespräche in Rich- tung Lösung der Problematik der „Schutzschlägerungen“ eingebunden. So gab es Treffen mit BMin Alma Zadić und der Leitung der zuständigen Sektion im Justizminis- terium bereits im Oktober 2020 sowie ein Gespräch mit dem zuständigen Sektions- chef im Landwirtschaftsministerium im Jänner 2021. Vertreter der Petition sind auch in Gespräche der Baumkonvention sowie in Planungen zur Implementierung von Pilot- versuchen im Bereich des Biosphärenparks Wienerwald eingebunden.

Die Initiativgruppe hofft, mit der Petition die Bemühungen zum Schutz des Waldes unterstützt zu haben und hofft auf baldige Umsetzung von entsprechenden Maßnah- men.

Wir haben alles Wesentliche zu dem Thema auf der WEB-Site www.wir-fuer-den-wald.at​ zusammengestellt.

Am Bild von links: Alfred Trötzmüller, Barbara Obermaier, Werner Kogler, Simon Ziegler, Stephan Weinberger, Gerhard Wannenmacher, Renate und Winfried Süß