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am 19. Juni 2019

Sozialpolitik

Der Wolf - Sozialpolitik

Sozialpolitik


Der Wolf Ist beeindruckt! Soviel soziales Engagement hätte er den Menschen nicht zugetraut! Da verliert ein geschasster Politiker seine Funktionen und damit Gehalt und sonstige Pfründe. Doch sofort werden Pläne geschmiedet, um sicher zu stellen, dass dessen Familieneinkommen ein angemessenes Niveau behält. Dazu setzt man seine bisher in der Politik unauffällige Ehefrau auf einen Listenplatz für die kommende Nationalratswahl, der ihr den Einzug ins Parlament mit den damit verbundenen Bezügen garantiert.

Das hat es im Tierreich bisher nicht gegeben. Niemand hat sich um das Familieneinkommen des Wolfs gekümmert, als ein trophäen-süchtiger Jäger seinen Vater abgeknallt hat. Auch die Familie des Bienenfressers wartet noch darauf, dass sie dafür kompensiert wird, dass Insektizide ihr die Nahrungsquelle geraubt haben. Dabei waren alle Beide nicht an ihrer Misere schuld!

Aber jetzt wird alles anders werden! Der Wolf sieht gute Chancen, dass Frau Fuchs, deren Mann im Gefängnis sitzt, weil er die Gans gestohlen hat, als Ausgleich den Posten einer Mäusebeauftragten bekommt. Auch der Specht, der seine Position im Waldesrat verloren hat, weil man ihn beim Spechteln erwischt hat, braucht sich um seine Frau keine Sorgen zu machen - ein leitender Posten in der Holzindustrie ist ihr sicher.

Der Wolf freut sich darauf, diese Fälle der zukünftigen Nationalrätin vortragen zu können, die ja in Tierschutzsachen fleißig auf Charities unterwegs ist (im Newspeak heißt das “gut vernetzt sein”). Sie müsste ja für die Schicksale der Tierfamilien Verständnis und ein offenes Ohr haben. Mit einem shakespeareschen “Bei Philippa sehen wir uns wieder” 


verabschiedet sich der Wolf.​ (19.6.2019)